Digitaler Nachlass

Was passiert mit unseren Daten, wenn wir nicht mehr da sind?

Frauen Union und Senioren-Union Kreis Olpe informierten über digitale Vorsorge und gaben praktische Tipps für den Alltag

 

Lennestadt-Altenhundem. Fotos in der Cloud, E-Mail-Konten, Profile in sozialen Netzwerken, Online-Banking und digitale Verträge gehören längst zum Alltag. Doch was geschieht mit diesen Daten und Konten, wenn man selbst nicht mehr darauf zugreifen kann? Mit dieser wichtigen Frage beschäftigten sich die Frauen Union Kreis Olpe und die Senioren-Union bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 7. Oktober 2026, in der Sauerlandhalle „Volksbankarena“ in Lennestadt-Altenhundem.

Als Referentin informierte Maren Thomasson von der Verbraucherzentrale Lennestadt über die wichtigsten Aspekte des digitalen Nachlasses. Sie erläuterte, welche Herausforderungen auf Angehörige zukommen können, wenn persönliche Zugangsdaten fehlen, Online-Konten nicht bekannt sind oder kostenpflichtige Verträge nach dem Tod weiterlaufen.

Denn der digitale Nachlass umfasst weit mehr als Fotos und Erinnerungen. Auch Kundenkonten, Abonnements, Guthaben und Nutzerprofile müssen berücksichtigt werden. Ohne rechtzeitige Vorsorge kann es für Angehörige schwierig werden, den Überblick zu gewinnen und notwendige Schritte einzuleiten.

Maren Thomasson machte deutlich, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit dem eigenen digitalen Nachlass auseinanderzusetzen. Dazu gehört, eine Übersicht über die eigenen Online-Konten zu erstellen, die persönlichen Wünsche für den Umgang mit den Daten festzuhalten und eine Vertrauensperson zu bestimmen, die sich im Bedarfsfall darum kümmern kann.

Marion Schwarte, Vorsitzende der Senioren-Union Kreis Olpe, betonte die Bedeutung des Themas für alle Generationen:

„Die Digitalisierung erleichtert uns in vielen Bereichen den Alltag. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen, mit denen wir uns rechtzeitig beschäftigen sollten. Wir möchten die Menschen ermutigen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen. Damit schützen wir nicht nur unsere persönlichen Daten, sondern erleichtern auch unseren Angehörigen vieles.“

Auch Kerstin Brauer, Vorsitzende der Frauen Union Kreis Olpe, unterstrich den praktischen Nutzen der Veranstaltung:

„Wir sprechen oft darüber, wie wir unser Leben organisieren und für die Zukunft vorsorgen. Dabei denken wir an Versicherungen, Vollmachten und Testamente. Unser digitales Leben vergessen wir jedoch häufig. Dabei geht es um persönliche Erinnerungen, um finanzielle Verpflichtungen und um unsere Privatsphäre. Wer frühzeitig regelt, was mit seinen digitalen Konten geschehen soll, übernimmt Verantwortung – für sich selbst und für die Menschen, die ihm nahestehen.“

Beide Vorsitzenden zeigten sich erfreut über die Möglichkeit, gemeinsam mit der Verbraucherzentrale ein Thema aufzugreifen, das im Alltag häufig unterschätzt wird. Die Veranstaltung machte deutlich, dass digitale Vorsorge keine Frage des Alters ist: Jeder, der online einkauft, E-Mails nutzt, digitale Verträge abschließt oder soziale Netzwerke verwendet, sollte sich mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen.

Verbraucherzentrale bietet weitere Informationen und praktische Hilfen

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet auf der Internetseite der Verbraucherzentrale ausführliche Informationen und konkrete Hilfestellungen. Dazu gehört auch ein kostenloses Online-Angebot, mit dem sich eine Übersicht über digitale Konten erstellen und die Regelung des eigenen digitalen Nachlasses vorbereiten lässt.

Weitere Informationen gibt es unter:

Digitale Vorsorge und digitaler Nachlass – Was passiert mit meinen Daten?

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/digitale-welt/datenschutz/digitale-vorsorge-digitaler-nachlass-was-passiert-mit-meinen-daten-12002 [eu-central-1.protection.sophos.com]

Die zentrale Botschaft der Veranstaltung lautet: Es ist nie zu früh, den digitalen Nachlass zu regeln. Wer heute vorsorgt, erspart seinen Angehörigen morgen viele offene Fragen.